Kopf und Lernen

Gelesenes besser behalten: So erinnerst du dich an die wichtigsten Inhalte

Gerade gelesen, schon wieder vergessen? Oft bleibt ein Text beim Lesen vertraut, lässt sich später aber kaum in eigenen Worten erklären. Leg ihn nach einem Abschnitt kurz weg und versuche, den wichtigsten Gedanken ohne Nachschauen wiederzugeben. Diese kleine Lesegewohnheit und Wiederholungen mit etwas Abstand helfen dir, Gelerntes besser abzurufen. So baust du beides in deine nächste Lerneinheit ein.

Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Vor dem Lesen: Was möchtest du verstehen?

Nimm dir eine Frage mit in den Text. Bei einem Artikel über Trainingsanstrengung könnte sie lauten: Woran merke ich, dass mein Gewicht gerade richtig ist? Für ein Sachbuch reicht eine Frage zum nächsten Abschnitt. So weißt du beim Lesen, welche Erklärung du suchst, und verlierst dich weniger in Einzelheiten.

Lies einen Abschnitt mit voller Aufmerksamkeit

Wenn du ständig zwischen Text und Nachrichten wechselst, fällt es schwer, den Zusammenhang zu verfolgen. Lege das Handy für einen kurzen Abschnitt weg und schließe unnötige Tabs. Beginne mit einer Länge, die du gut überblickst, etwa ein paar Absätzen. Du musst dafür keine Stunde freihalten.

So könnte eine kurze Leserunde aussehen

Du möchtest einen Trainingsartikel verstehen und hast zehn Minuten Zeit. Lies einen Abschnitt, klappe ihn zu und erkläre die Hauptaussage so, als würdest du sie einem Freund erzählen. Anschließend vergleichst du deine Erklärung mit dem Text und ergänzt einen fehlenden Punkt.

Am Ende bleiben eine Frage und eine kurze Antwort übrig. Hebe die Notiz für morgen auf: Dann kannst du ausprobieren, was dir ohne erneutes Lesen wieder einfällt.

Text zu, drei Sätze aus dem Kopf

Schließe den Text und erzähle dir selbst, was du gerade erfahren hast. Laut, auf einem Blatt oder in einer kurzen Notiz: Was war die Hauptaussage? Wie lässt sie sich erklären? Welches Beispiel fällt dir ein? Dieses Erinnern ohne Vorlage heißt Active Recall. Danach liest du gezielt die Stellen nach, die noch fehlen oder die du falsch verstanden hast.

Mach aus der Information ein eigenes Beispiel

Angenommen, du liest, dass RPE 8 ungefähr zwei mögliche Wiederholungen in Reserve bedeutet. Erkläre nun einen Satz mit acht Wiederholungen: Bei RPE 8 wären mit derselben Ausführung ungefähr zehn möglich gewesen. Wenn du den Zusammenhang auf ein eigenes Beispiel anwenden kannst, hast du mehr als nur einen Begriff wiedererkannt.

Wenn das Erinnern noch schwerfällt

Du musst nicht jedes Detail beim ersten Versuch behalten. Oft hilft schon ein kürzerer Abschnitt oder ein Beispiel aus deinem Alltag. Die Tabelle zeigt, wie du bei typischen Schwierigkeiten weiterkommst.

Was passiert?Was dahinterstecken kannNächster Schritt
Du kannst einen Begriff nicht erklärenEine Grundlage fehltDefinition und ein konkretes Beispiel nachlesen.
Der Text ist vertraut, aber die Antwort fehltWiedererkennen fällt leichter als AbrufenVorlage schließen und eine kürzere Frage beantworten.
Du erinnerst Wörter, kannst sie aber nicht anwendenDas gelernte Beispiel ist zu engEinen zweiten Fall vergleichen und den Unterschied erklären.
Du beginnst die Lerneinheit nieAnlass oder Umfang passen nichtEine Frage vorbereiten und die Einheit verkürzen.

Erinnere dich morgen noch einmal daran

Hebe die Frage und deine kurze Antwort auf. Versuche am nächsten Tag, die Frage zuerst ohne Notiz zu beantworten. Wiederhole sie einige Tage später erneut. Mit solchen über die Zeit verteilten Wiederholungen übst du das Erinnern auch dann, wenn der Text nicht mehr ganz frisch ist. Was schon leicht fällt, kann länger warten; bei einer Lücke hilft ein kurzer Blick zurück in den Abschnitt.

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Quellen

  1. John Dunlosky · Strengthening the Student Toolbox ↗

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