Was sich verändert und was du trainieren kannst
In der Perimenopause, den Jahren rund um die letzte Monatsblutung, können Schlaf, Temperaturgefühl und Tagesform stärker schwanken. Nach der Menopause beschleunigt der Rückgang von Östrogen häufig den Knochenabbau. Krafttraining setzt hier einen wichtigen Bewegungsreiz und verbessert die Kraft, die du im Alltag und beim Sport brauchst.
Muskeln reagieren auch in dieser Lebensphase auf zunehmenden Widerstand. Dafür muss ein Gewicht mit der Zeit fordernder werden, zum Beispiel durch mehr Wiederholungen oder eine etwas schwerere Hantel. Der Gewinn zeigt sich an deinen Leistungen; aus einer einzelnen erschöpften Einheit lässt sich wenig über deinen Fortschritt sagen.
Zwei Krafttage mit denselben Grundübungen
Starte zum Beispiel montags und donnerstags mit jeweils 35 bis 50 Minuten. Wärme dich einige Minuten auf und mache vor den ersten anspruchsvollen Übungen leichte Vorbereitungssätze. Wenn die Bewegungen neu sind, lass dir die Ausführung im Studio zeigen und beginne in der ersten Woche mit einem Arbeitssatz pro Übung.
Die folgende Einheit kannst du an beiden Tagen wiederholen. Danach sind zwei Arbeitssätze pro Übung vorgesehen. Wähle die Last so, dass am Ende noch ungefähr zwei bis drei saubere Wiederholungen möglich wären. Zwischen den Sätzen passen meist etwa zwei Minuten Pause; länger ist in Ordnung, wenn die Atmung noch nicht ruhig ist.
Eine einfache Ganzkörpereinheit
Notiere die Kurzhantelgewichte immer nach demselben Prinzip. Bei Übungen mit zwei Hanteln zählen wir hier ihr gemeinsames Gewicht.
| Übung | Arbeitssätze | Wiederholungen |
|---|---|---|
| Beinpresse oder Goblet Squat | 2 | 8–12 |
| Rudern am Kabelzug | 2 | 8–12 |
| Kurzhantel-Bankdrücken | 2 | 8–12 |
| Rumänisches Kreuzheben mit Kurzhanteln | 2 | 8–10 |
| Wadenheben mit stabilem Halt | 2 | 10–15 |
Den Trainingstag an deine Energie anpassen
Nach einer schlechten Nacht musst du weder eine Bestleistung erzwingen noch automatisch zu Hause bleiben. Probiere die Vorbereitungssätze. Fühlt sich das vertraute Gewicht ungewöhnlich schwer an, reduziere an diesem Tag die Last oder mache nur einen Arbeitssatz. Nimm die normale Menge wieder auf, wenn du dich erholt fühlst.
Bei Hitzewallungen können leichtere Kleidung, frische Luft und zusätzliche Pausen das Training angenehmer machen. Starker Schwindel, Brustschmerz oder ungewöhnliche Atemnot sind dagegen Gründe, das Training abzubrechen und medizinische Hilfe zu holen. Wiederkehrende Schlafprobleme oder belastende Beschwerden verdienen eine eigene Behandlung; du musst sie nicht im Training wegkämpfen.
Fortschritte, die du tatsächlich sehen kannst
Angenommen, du schaffst beim Rudern zweimal acht Wiederholungen. Beim nächsten guten Training werden daraus neun und acht, später zehn und zehn. Wenn beide Sätze zwölf kontrollierte Wiederholungen erreichen und noch etwas Kraft übrig bleibt, erhöhe auf die nächste passende Stufe. Danach darfst du wieder bei acht beginnen.
Eine müde Woche setzt diesen Fortschritt nicht zurück. Vergleiche mehrere Einheiten unter ähnlichen Bedingungen. Falls du schon länger trainierst, kannst du deinen bewährten Plan grundsätzlich behalten. An schwierigen Tagen reichen oft weniger Sätze oder etwas weniger Gewicht.
Knochen, Beckenboden und Beschwerden mitdenken
Gehen, Treppensteigen und andere Aktivitäten mit dem eigenen Körpergewicht ergänzen die Krafttage. Bei bekannter Osteoporose, früheren Brüchen oder neuem Rücken- beziehungsweise Hüftschmerz lass die Belastung individuell abstimmen. Studien zu schwerem Training bei niedriger Knochendichte arbeiteten mit ausgewählten Teilnehmerinnen und enger Betreuung. Solche Programme gehören unter fachliche Anleitung.
Wenn beim Heben Druck nach unten oder Urinverlust auftritt, sprich eine Fachperson für Beckenbodengesundheit an. Eine angepasste Last, Atmung oder Übungsvariante kann dir helfen, weiter aktiv zu bleiben. Krafttraining ist eine Möglichkeit, deine Gesundheit zu unterstützen. Ein verlässlicher Effekt auf Hitzewallungen oder eine Korrektur deiner Hormone lässt sich daraus nicht versprechen.
Deinen Verlauf statt nur den heutigen Tag sehen
Speichere die Ganzkörpereinheit in LiftPal und trage Gewicht, Wiederholungen und RPE ein. RPE beschreibt, wie anstrengend ein Satz war. So siehst du über mehrere Wochen, ob dieselbe Last leichter wird oder mehr Wiederholungen möglich sind. Wenn du an einem müden Tag weniger machst, bleibt auch dieser Kontext in deiner eigenen Trainingsnotiz nachvollziehbar.
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Quellen
- NHS: Menopause and perimenopause, things you can do ↗
- The Menopause Society (2023): Nonhormone therapy position statement ↗
- Watson et al. (2018): The LIFTMOR randomized controlled trial ↗
- ACSM (2026): Resistance Training Prescription for Healthy Adults ↗
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